
Ein Sturm der Entrüstung fegt durch Deutschland. Seit Tagen dominiert nur ein Thema die Schlagzeilen: der geplante Einstieg eines saudischen Konsortiums beim BVB. Was zunächst wie ein gewöhnlicher Investoren-Deal aussah, hat sich inzwischen zu einer nationalen Debatte über Identität, Tradition und die Seele des deutschen Fußballs entwickelt.
Bereits am frühen Montagmorgen versammelten sich tausende Dortmunder Fans vor dem Westfalenstadion. Schwarz-gelbe Fahnen wehten im Wind, Transparente mit Aufschriften wie „Kein Öl im Revier“ und „Unsere Seele ist nicht käuflich“ bestimmten das Bild. Die Stimmung war gleichzeitig aufgebracht und emotional – denn es geht nicht nur um Geld, sondern um etwas viel Tieferes: die Frage, wem der Verein eigentlich gehört.
Einige Fans trugen Trikots aus den glorreichen 90ern, andere kamen mit alten Schals, auf denen noch das klassische Vereinslogo prangte. „Dortmund gehört dem Volk, nicht dem Petrodollar“, rief die Menge im Chor – eine Parole, die inzwischen landesweit zum Symbol einer Bewegung geworden ist.
Ehemalige Legenden melden sich zu Wort
Auch ehemalige Vereinsikonen haben sich eingeschaltet. Matthias Sammer, Lars Ricken und Roman Weidenfeller äußerten sich unabhängig voneinander kritisch zu den Gerüchten. In Interviews betonten sie, dass Borussia Dortmund immer ein Verein der Arbeiter, der einfachen Leute und der ehrlichen Leidenschaft gewesen sei. Eine Übernahme durch ein ausländisches Staatskonsortium, das bereits Anteile an mehreren europäischen Klubs besitzt, würde diesen Geist gefährden.
Sammer sprach sogar von einer „stillen Entwurzelung“ des Vereins – einer Entwicklung, bei der sportlicher Erfolg über alles gestellt werde, während die Seele des Vereins langsam verschwinde.
Hinter den Kulissen
Nach Informationen aus vereinsnahen Kreisen soll das Angebot der saudischen Investorengruppe über 1,2 Milliarden Euro betragen – genug, um sämtliche Schulden zu tilgen, das Stadion zu modernisieren und den Verein langfristig an die europäische Spitze zu führen. Doch für viele Fans klingt das mehr nach einer Verlockung des Teufels als nach einer echten Zukunftschance.
„Wir wollen keine goldene Kette, die uns fesselt“, sagte ein Fan-Vertreter des Südtribüne e.V. bei einer improvisierten Pressekonferenz. „Was nützt uns das schönste Stadion, wenn es uns nicht mehr gehört?“
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Auch Politiker melden sich zunehmend zu Wort. Wirtschaftsminister Robert Habeck erklärte, man müsse „ernsthaft prüfen, welche Werte im deutschen Fußball noch gelten sollen“. SPD-Vertreter sprachen von einer „moralischen Verantwortung“, während CDU-Politiker betonten, dass wirtschaftliche Freiheit nicht automatisch kulturelle Identität verkaufen dürfe.
Im Internet trendet der Hashtag #KeinÖlInDortmund, und in Städten wie Hamburg, Berlin und München gab es Solidaritätskundgebungen. Fußballfans verschiedenster Vereine, sonst erbitterte Rivalen, stehen plötzlich Seite an Seite, um ein gemeinsames Signal zu setzen: Der Fußball gehört uns allen.

Die Vereinsführung in der Zwickmühle
In der Dortmunder Chefetage herrscht hingegen Stille. Watzke und Co. vermeiden öffentliche Stellungnahmen. Insider berichten, dass intern eine heftige Diskussion tobt: zwischen den Befürwortern einer finanziellen Stabilisierung und jenen, die den Verein lieber unabhängig, aber authentisch halten wollen.
Ein Mitglied des Aufsichtsrats, das anonym bleiben möchte, sagte gegenüber einem Sportmagazin: „Wir wissen, was auf dem Spiel steht. Aber wir wissen auch, dass es Grenzen gibt, die man nicht überschreiten sollte.“
Fazit: Ein Verein kämpft um seine Seele
Während die Gespräche hinter verschlossenen Türen weitergehen, ist auf den Straßen längst klar, wofür die Mehrheit steht. Borussia Dortmund ist mehr als nur ein Fußballklub – er ist Symbol für Gemeinschaft, Herzblut und Zusammenhalt.
„Wenn wir den BVB verlieren, verlieren wir ein Stück Deutschland“, sagte eine ältere Frau mit zittriger Stimme, während sie eine alte Eintrittskarte von 1976 in der Hand hielt.
Ob diese Worte gehört werden, bleibt abzuwarten. Doch eines steht fest:
Dortmund gehört dem Volk – und das Volk kämpft.
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